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Billing und die gelben Engel (Karina)


Alle Fotos gibt es unter: http://picasaweb.google.com/frankarfoto/England2004?feat=directlink

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…. Dies sollte sich für Achim und meine Urlaubsplanung mal wieder Bewahrheiten.
Angedacht war die Teilnahme an der Schweden-Offroad. Gelandet sind wir dann letztlich in Billing auf der Landrover-Enthusiast-Show.

Bis dahin nichts besonderes, würde ich mal behaupten.

Zu Billing ist für diejenigen, die es nicht kennen, Folgendes zu sagen: Man nehme das Gelände in Karenz (Gelände inkl. Camp-Site) und bestücke jeden Meter mit Ersatzeile- (neu und alt), Neuwagen-, Outdoorequipmenthändlern. Ich zähle mich ja nun noch zu den Newcomern unter den Landybesitzern und hätte im Leben nicht gedacht, dass ich jemals Spaß daran haben könnte, drei Tage über diesen (für mich bis jetzt) einmaligen “Flohmarkt“ zu laufen. Jedes Mal gab es wieder neue Teile zu entdecken und Achim, der Arme musste immer wieder meine (bestimmt manchmal etwas dummen) Fragen beantworten, um welches Teil es sich nun handelt, wo es eingebaut wird und welchen Sinn es überhaupt hat…

Grundsätzlich könnte man ja behaupten, dass ein Zelturlaub günstig ist…. wenn er nicht gerade in England stattfindet und man solch eine Auswahl an tollen Dingen vorgesetzt bekommt.

Wohlweißlich, dass wir das eine oder andere Ersatzteil unserer Begierde finden werden (ich war letztlich nur auf der Suche nach einer brauchbaren Spritzwand), haben wir uns den Sankey von Jens ausgeborgt. Wie heißt es so schön?: „Aus Fehlern lernt man“? … Wir haben gelernt. Beim nächsten Besuch werden wir nicht soviel „Überflüssiges“ mit nach England schleppen, sondern den Anhänger komplett leer lassen, damit alles reinpasst, was man so auf seinen Spaziergängen zufällig findet.

Noch eines zu Billing. Wer glaubt, bei einer Veranstaltung diesen Ausmaßes („gefühlte“ 1.000 Fahrzeuge, die genaue Anzahl ist nicht bekannt) gibt es sicherlich auch Gelände-technisch viel zu sehen, wird enttäuscht sein. Es gibt diverse kleinere Wasserlöcher, die jedoch nicht wirklich Spektakuläres hergeben, je nach Fahrstil versteht sich. Dafür ist das ganze aber ziemlich professionell aufgezogen. Es gibt einen engagierten Fotografen, der Fotos schießt, die man sich später ausdrucken oder sogar als Fotoserie auf CD brennen lassen kann (eigentlich vom Prinzip ähnlich, wie in den Freizeitparks). Zudem steht am Ausgang des Geländes ein Hochdruckreiniger, bei dem man sich (gegen Entgelt natürlich) und/oder sein Fahrzeug einer gründlichen Reinigung unterziehen kann, inkl. Motorwäsche. Hierbei wird die Gesetzgebung in Deutschland und England in Sachen Umwelt deutlich. Das Waschwasser versank nämlich im Boden oder lief in den anliegenden kleinen Bach….

Soweit, so gut. Ich würde mal sagen, ein für einen Landy-Fan durchaus „normaler“ Urlaub. Nichts wirklich Sensationelles ist passiert.

Es ist Montag, die Fähre von Dover nach Dünkirchen (guter Tipp! Ist wohl mit die günstigste Verbindung mit Norfolkline!) geht erst am Freitag. Zeit genug also, von England ein wenig mehr kennen zu lernen. Warum nicht also von Billing/Northampton einen kleinen Abstecher in den Norden von Birmingham. Die „perfekte“ Spritzwand war schließlich noch nicht gefunden. Ein Besuch im Laden von John Craddock kann daher ja nicht schaden… In Billing machte Craddock einen recht „großen“ Eindruck, der Laden vor Ort war jedoch sehr übersichtlich. Das meiste wird anscheinend übers Internet verkauft. Dann wurden wir in die Werkstatt geführt und von hier aus auf einen kleinen Dachboden gelotst…. Ich sage nur: Das waren Heilige Hallen für jeden Serie-Fahrer! Ausgebaute Ersatzteile aller Art und jeden Zustandes. Sich alles ansehen, hätte eine Übernachtung mit sich gebracht. So gingen wir unsere kleine „Einkaufsliste“ durch, die mit Hilfe unserer Landy-Freunde eine doch beachtliche Größe angenommen hatte. Weiter ging es zu einer Sammlung von Spritzwänden. Insgesamt standen dort sicherlich um die 20 Spritzwände, ausgebaut aus Fahrzeugen der Serie II bis Defender. Das Objekt meiner Begierde war nach nicht allzu langem Suchen gefunden. Der Zustand war absolut akzeptabel. Ach ja, dann war da ja noch die Ersatzreifenbefestigung für Michaels Motorhaube. Da der Preis für den ganzen Kleinkram vom Dachboden schon feststand, durften wir uns noch zusätzlich die Befestigungen inkl. Seil von einer „da so rum stehenden“ Motorhaube abbauen, ohne Aufpreis versteht sich. Dann noch die Neuteile für Jens, ein paar Füße für meine Spritzwand und die Rechnung von 330 ₤ lag vor mir. Schluck! Nun ja, alles hat seinen Preis…

So, nun aber. Dienstag, weiter geht es. Geplant war die Weiterreise über Bristol nach Ceddar und über Stonehenge dann zurück nach Dover zur Fähre. Die Entfernung Birmingham – Bristol beträgt ca. 88 Meilen, geschafft haben wir glatte 40. Dann sagte das Getriebe beim Runterschalten an einer doch nicht ganz so üblen Steigung (Kasseler Berge sind da gar lächerlich) gar nichts mehr. Soll heißen, bis auf den ersten Gang ging nichts mehr, nada, nothing.

Wozu ist man also ADAC Mitglied. Ein netter junger Mann (ohne Ahnung, wie sich später herausstellte) fragte sachlich und sehr freundlich alle Details ab und stellte ein Abschleppfahrzeug in den nächsten 60-90 Minuten in Aussicht. Freilich gaben wir ihm durch, dass wir einen Anhänger mit Natokupplung ziehen und beschrieben ihm auch ziemlich genau, an welcher Stelle wir uns befinden. Nach drei Stunden war noch nichts zu sehen. Also der erneute Anruf. Dummerweise gab es ein kleines Problem bei der Übermittlung der Handy-Nummer, unter der ich erreichbar war, somit konnte kein Anruf durch das Abschleppunternehmen erfolgen. Da das aber ja nun geklärt werde konnte, sollte einem Abschleppen nichts mehr im Wege stehen (Warum man 2 Stunden versucht hatte, mich zu erreichen, ist mir bis heute schleierhaft). Endlich kam dann der Abschleppwagen, der Fahrer guckte nicht schlecht als er statt eines Discos einen wuchtigen 109er zu Gesicht bekam, der auch noch einen Anhänger zog, dessen Anhängerkupplung lt. seiner Auskunft wohl ziemlich jedem Abschleppunternehmen in England Probleme bereiten würde. Also, Fazit, es muss ein zweiter Abschleppwagen her. Keine 30 Minuten später hatten wir zwei nette Engländer bei uns, die uns zu ihrer Werkstatt brachten.

Wir überlegten uns, in einem good english bed and breakfast unterzukommen, bis man uns den stolzen Preis von 30 ₤ p. P. nannte. Also doch lieber die Jugendherberge, die mit 11,50 ₤ p. P. ein nicht ganz so großes Loch im Portemonnaie hinterließ (gewohnt waren wir bisher Preise von 10-12,50 ₤ pro Übernachtung auf einem Campingplatz). Also wurden wir in das ca. 10 Meilen von der Werkstatt entfernte jouthhostel gebracht. Ein Glücksfall, wie sich herausstellte. Mitten im Nirgendwo stand eine kleine Burg/ein kleines Schloss, welche/s wohl eines der schönsten Jugendherbergen Englands sein muss. Dass wir die einzigen Gäste für diese Nacht waren, gab dem ganzen noch einen kleine gespenstischen Touch. Um uns herum waren Weiden, auf denen die Schafe grasten und uns in den Schlaf b
lökten.

Am nächsten Morgen nach einem ziemlich englischen Frühstück holte uns jemand von der Werkstatt ab und brachte uns zu unserem Auto in ein nettes Nest namens Church Stretton. Die Suche nach einem Ersatzgetriebe lief auf vollen Touren und war letztlich erfolgreich. Die Lieferung sollte allerdings noch bis Abends dauern. Was tun, sprach Zeus….. Ganz einfach. Achim und ich fingen an, das kaputte Getriebe auf dem Werkstatt-Gelände auszubauen. Werkzeug hat der erfahrene Landy-Fahrer ja immer dabei. Unsere Blaumänner hatten wir (wohl aus innerer Eingebung heraus) auch mit dabei. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass man uns von Seiten der Angestellten ein wenig belächelte. Trotzdem, es waren alle suuuper freundlich und zuvorkommend. Es wurde uns Tee und Kaffe angeboten und das eine oder andere Mal fand sich ein Mechaniker bei uns ein und fragte nach, wie wir vorankommen. Nach ca. 4,5 Stunden war das Getriebe raus. Geholfen dabei hat uns ein kleiner Motorheber. Das Ersatzgetriebe war dann gegen 18.30 Uhr auch da, welches noch am gleichen Abend eingebaut wurde, das „drum herum“ ließen wir uns allerdings für den nächsten Tag.

Nun kommt etwas, was ich mir in Deutschland nur schwer vorstellen kann…. Der Abend und somit der Feierabend für die Angestellten nahte. Da kam John (der Boss, einer von ungefähr 10 Johns dort auf dem Hof, ist in GB wohl ein Sammelbegriff) auf uns zu und fragte uns, ob wir über Nacht auf dem Hof verbleiben möchten. Wir könnten im Büro schlafen und hätten Zugang zur Toilette, Kaffeemaschine, Wasserkocher und Tee. Die Tore würden sie wie gewohnt abschließen, so dass keiner auf den Hof kann, wir allerdings auch nicht runter. Das Angebot nahmen wir dankend an, nur dass wir uns entschieden, im Landy zu schlafen, wie schon in den Nächten zuvor. Also bekamen wir einen Schlüssel fürs Büro und das Tor in der Auffahrt wurde abgeschlossen. Wir hatten Zugang zur Werkstatt, zum Ersatzteillager, zum Büro, und natürlich zur Toilette und Küche. Ehrlich gesagt, über ein solches Vertrauen haben wir uns riesig gefreut. Als wäre es selbstverständlich, zwei Gestrandeten auf diese Weise zu helfen. Also nisteten Achim und ich uns im Auto ein und schliefen bis ca. 6.30 Uhr. In der Küche wurde kurz Tee gekocht, unser letztes Brot vertilgt und dann waren wir auch schon wieder dabei, alles Ausgebaute wieder an Ort und Stelle zu bringen. Gegen 7.30 Uhr kam auch der erste Mechaniker auf den Hof, erkundigte sich kurz nach dem Fortschritt unserer „kleinen“ Austauschaktion und ging seiner täglichen Arbeit nach. Wir mussten an diesem Mittwoch „nur noch“ das PTO, die Sitzbank, den Getriebetunnel, die Bodenbleche etc. einbauen und waren gegen Mittag mit allem durch. Ganz ehrlich und so unter uns Pastorentöchtern: Ich war stolz wie Oskar! Achim meinte, auf einer Skala von 1 bis 10 ist so ein Austausch des Getriebes (den Zeitdruck aufgrund des Fährtickets berücksichtigt) eine glatte 20! Zugegeben, er hatte allerdings auch die meiste Arbeit. Dennoch, auch von den Werkstattangestellten haben wir Anerkennung geerntet. Die müssen die deutschen Landy-Fahrer nun für ein wenig sonderbar halten.

Nach dem Aufräumen des Werkzeuges und Einpacken des kaputten Getriebes kam die Abrechnung. Eine böse Überraschung? Nein, überhaupt nicht. Selbst hier hat man sich großartig verhalten. Wir zahlten lediglich das Getriebe, auf das wir noch 31 Tage Garantie bekamen. Das zur Verfügung gestellte Öl, die Getriebereinigung mit dem Hochdruckreiniger etc… darüber wurde kein Wort verloren und als Dienst am Kunden gesehen.

Nun könnte man also behaupten, der Urlaub war viel zu teuer, das Wetter war bescheiden (es regnete hin und wieder an 8 von 10 Tagen) und das kaputte Getriebe hat dem Ganzen den Rest gegeben. Irrglaube! Ich behaupte trotz aller Widrigkeiten, dass ich diesen Urlaub für durchaus gelungen halte. Die Getriebetauschaktion ist für mich eine wirklich positive Erfahrung gewesen, menschlich gesehen und vom Lernfaktor her. Das Wetter war nicht wirklich schlecht. So schnell wie der Regen in England kommt, geht er auch wieder und letztlich wurde man nie wirklich nass. Die ganzen gekauften Ersatzteile, insbesondere die Spritzwand sind ihr Geld wert, ich bin zudem davon überzeugt, dass wir bei uns mehr dafür bezahlt hätten.

Ein weiterer Urlaub in Englang ist geplant, beim nächsten Mal sind wir allerdings besser vorbereitet…

Sturmfahrt



Die Angelegenheit hat sich vor einigen Jahren ereignet und ist aus der Erinnerung geschrieben, es mag angehen, dass einige geographische oder zeitliche Angaben nicht haargenau stimmen.

Es war der Sommer der Ost-Orkane, das Jahr in dem viele Yachten ihr Leben in Häfen wie Wendtorf und Damp vorzeitig aushauchten.

Peng, mit dem eigenartigen Geräusch gleitender Stahlseile wickelte sich ein Draht neben mir auf das Deck. Ich war gerade nach vorn gegangen um zu reffen, da die Besegelung unseres Bootes diesem Wetter nicht mehr gewachsen war.

Ein Blick in den Mast sagte mir, dass es gar nicht gut aussieht. Ein Jumpstag war gebrochen, es gab Wind aus Ost, so um die 6, auffrischend und in Lee lag der Als Sten, 0,5 m flach.

Ein kurzer Einschub für alle, die kein Jumpstag kennen, es hat eine ähnliche Funktion wie ein Backstag, auf alten Schiffen mit Holzmasten und Kuttertakelung findet man es sehr häufig, es stützt den Mast gegen den Druck des Vorstags. Für alle, denen das gar nichts sagt: es ist nicht schön, wenn so was kaputt geht.

Also erstmal alle Segel weg und überlegen, wie weiter. Zu diesem Zeitpunkt musste ich mich schon mit Gewalt an der Ankerwinsch festkrallen um die Fock einzufangen.

In bestem gesundheitlichen Zustand waren wir beide nicht, wir hatten uns in Assens eine Woche lang von Hotdogs und Tuborg ernährt und wenig geschlafen. Erst in Assens erfuhr ich von Thorsten, warum er so unbedingt in diesen sonst ja eher schlichten Hafen wollte: Er hatte auf einer vorherigen Tour in dem Jahr dort ein Frau kennen gelernt und musste unbedingt noch einen ordentlichen Abschied vornehmen. Sie war Kellnerin, das Bier umsonst und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

Nur hatten wir Jan zugesagt, ihn morgen in Damp abzuholen, und was heißt es schon, dass 5-6 bft. aus Ost angesagt sind, wenn man einen schwedischen Spitzgatter aus Eiche zwar nicht sein Eigen nennt, so aber doch benutzt.

Also los, so um zehn war es wohl, Groß und Fock und Klüver, 4-5 bft, halber Wind, das ging richtig ab. Um nach ein paar Meilen etwas anzuluven, den Klüver weg, soweit so gut. Nur wieso reicht das nicht? Der Wind war denn doch unauffällig mehr geworden, das wirkte mehr wie echte 6, also noch ein Tick höher ran, Groß gefiert, und beim Fall loswerfen so ungefähr fällt dann dieses Jumpstag runter.

Und nun?

Segel weg, wie gesagt, mit der Nase in den Wind zeigt sich ein nicht ganz unerheblicher Seegang zwischenzeitlich. Wir waren keine Statiker, nur bestand Einigkeit darüber, dass mit dem Mast nicht mehr zu segeln war. Also vorsichtig mal unter Motor in die richtige Richtung gedreht. Die Wellen von der Seite machten diesem wunderbaren Schiff überhaupt nichts aus. Leider war es wegen seiner Bauart, der Motor war wesentlich später eingebaut worden, unter Maschine nicht sehr schnell. Aber wir hatten ja Zeit, dachten wir.

Zu dieser Zeit waren wir mitten im kleinen Belt, der Wind wurde mehr. Uns hätte auffallen können, dass alle anderen Boote um uns herum so langsam nach Luv verschwanden. Tat es aber nicht. Erst als wirklich alle weg waren und fast jede Welle oben weiß war, fragten wir uns, ob es nicht besser wäre, so etwas wie einen Nothafen zu suchen. Wir hatten mittlerweile alle Schotten zugemacht, das wirkte etwas unheimlich hier draußen. Unter Deck waren auch die Karten, das Echolot und der Decca-Navigator. Aus der Erinnerung kamen wir auf Fynshav und Mommark. Beide in Lee. Und wie zum Hohn hatte die Yacht in ihrer letzten Ausgabe eine wunderbare Fotostrecke über einen verrückten Amerikaner gebracht, der bei richtig schwerer Grundsee aus einem Hafen auslaufen wollte, wenn ich mich richtig erinnere hat sein zwölf Meter langes Boot einen rückwärtigen Überschlag gemacht. Naja, auch ohne diesen Artikel wäre ich nicht nach Mommark gefahren, man muss da wirklich sehr weit unter Land, um in den Hafen zu kommen. Und Fynshav sagte uns beiden nichts.

Und jetzt darf der unbedarfte Leser einmal herzhaft lachen, wir fragten uns, was da eigentlich in Luv ist. Fünen irgendwie und Aero und noch ein paar kleine andere Inseln. Wir waren einfach nie da gewesen, waren immer Kiel, Sonderburg, Assens und dann eben weiter gefahren.

Eigentlich war zu dieser Zeit ja auch noch immer alles in Ordnung, wenn Wind und See so blieben, würde schon alles gut gehen.

Der beherzte Elbsegler glaubt ja nun nicht wirklich daran, dass es in der Ostsee auch so etwas wie Strom gibt, gut, vielleicht ein bisschen, aber wirklich einrechnen? Auf jeden Fall kamen wir weit schlechter voran, als erwartet. Als wir Gammel Pöl, die äußere Ecke von Kegnäs querab hatten, war es dunkel.

Langsam hatten wir keine Lust mehr. Nach Sonderburg? Ohne Kartenhilfe, ohne beleuchtete Tonnen? In die Schlei? Gleiches Problem. Also weiter Richtung Damp.

Das Wetter wurde nun richtig gemein, der Wind wurde mehr, erste Brecher zeigten sich, nur was sollten wir machen. Reden taten wir beide nicht mehr, seit Stunden hatte ich mich an die Pinne gekrallt und mich irgendwie mit der anderen Hand an dem Süllrand festgeklammert, Thorsten in Lee hatte es etwas gemütlicher, sah aber auch nicht wirklich zufrieden aus.

Als der erste Brecher einstieg, fragte ich mich, ob es Sinn machen könnte, dass Boot einfach an Land zu setzen, ich denke eine Reaktion auf das stundenlange, entnervende Nichtvorankommen.

Weitere Brecher folgten, stiegen ein und weichten uns durch. Kurz vor Damp haben wir dann noch einen Kugelfender überfahren, was sollte der da? Waren wir zu dicht unter Land?

Damp lag wie im Lehrbuch auf Legerwall, 8 bft. , die wievielte Welle eingestiegen war, kann ich nicht mehr sagen. War es da wirklich so gut, in diesen Hafen zu wollen?

In der Eckernförder Förde hätte es keine Abdeckung zum Ankern gegeben, also blieb nur Kiel als Alternative. Aber wie lange reichte der Diesel noch, ganz unabhängig von der Frage wie es der Maschine ging, die seit etlichen Stunden lief.

Wir waren tausendmal nach Damp gefahren, na ja fast. Es gibt eine breite Einfahrt begrenzt durch zwei befeuerte Steinmohlenköpfe und ein links neben die Einfahrt auf den Strand gesetztes Museumsschiff.

Das Bild war bei diesem Einlaufen anders: Die Molen waren weg, es gab nur weiße Gischt und der Museumsdampfer schimmerte zwischen den beiden Leuchtfeuern durch die Nacht und wir hatten schon eingedreht die See nun von achtern.

Wohl im letzten Moment habe ich abgedreht und war einmal mehr glücklich, so ein Boot zu haben, wie lammfromm drehte es die Nase gegen die Brecher. Dies war der Moment, zu dem ich Thorsten die Pinne in die Hand drückte: “Mach Du, ich kriege das nicht hin.“ Ein weiterer Anlauf weiter von Süden mit dem Gefühl mit einem Kajak einen Gebirgsbach herunterzufahren, brachte uns sicher in den Hafen. Ich bekam meine Pinne wieder und habe so sicher wie nie zuvor und auch danach nicht einen Langkieler rückwärts in eine Box gefahren.

Die Reparatur des Stags in den nächsten Tagen zeigte, dass hier jemand einen Messingschäkel für das stehende Gut verwendet hatte!

Aus Fehlern lernen? Die Liste ist lang.

Jan, der am nächsten Tag zu uns stieß, konnte überhaupt nicht verstehen, das
s wir einen Hafentag einlegen wollten.

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