Category Archives: Landrover

Der Santana kommt bald wieder…

Er sah einmal so aus:

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Jetzt hat ihn die Werkstatt assimiliert:

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Fahren konnte er auch:

Sögard

24. – 26.6.2005Wasserloch

Das perfekte Treffen. Strahlender Sonnenschein. Martin Hennig, ehemaliger LO aus Schleswig-Holstein hatte dieses Wochenende in dem legendären Sögard organisiert. Das Gelände wird am Wochenende vom dänischen Militär zur Verfügung gestellt, in der Woche wird es zu eigenen Outdoorübungen der Dänen genutzt. Wie ganz Jütland in der letzten Eiszeit entstanden, bildet die hügelige Landschaft aus Kies mit sehr unterschiedlich großen Steinen und Wasserlöchern einen hervorragenden Hintergrund für aufregendes Treffen. Der in früheren Jahren genutzte Campingplatz stand nicht mehr zur Verfügung, so daß ein neuer Platz direkt an der nördlichen Seite der Flensburger Förde ausgewählt wurde. Einigen gefiel das sehr geleckte Ambiente nicht so sehr, mich begeisterte aber der Blick auf die Förde und viele nutzten auch die Gelegenheit zum Baden. Außerdem haben wir die “Durchschnittscamper” viel mehr erschreckt, als sie uns. Die Gedanken der Anwohner spätestens am Sonnabend Nachmittag, als wir dank tiefer Wasserlöcher äußerst schlammbespritzt an den hochglanzpolierten Wohnwagen mit Vorzelt ohne Jägerzaun vorbeifuhren, werden sicherlich gar nicht freundlich gewesen sein.

Nach der Anreise am Freitag mit Grillen und Baden ging es am Sonnabend ins Gelände. Eine Trophy wurde vorbereitet und ich hatte in dieser Zeit Gelegenheit, bei Joachim meine ersten Fahrstunden zu nehmen. Zwar war es nicht mein erstes Treffen, ernsthaft im Gelände hatte ich “Babe”, unseren 109er aber noch nicht bewegt. Joachim erklärte mir geduldig die Grundlagen. Interessant waren seine Kommentare, nachdem ich den Wagen auf halber Hanghöhe wunschgemäß abgewürgt hatte und er eigentlich auf dem Gang stehen bleiben sollte Tat er aber nicht, der Motor drehte ganz sachte immer mal wieder über den Totpunkt. Es hieß schlicht “Serie”. Gleiches beim Herunterfahren: “Mach den ersten Gang rein und nimm den Fuß von der Kupplung.” Soweit, so gut, blöd nur das der Gang auf halber Strecke heraussprang. Wieder nur: “Serie, damit muß man rechnen.” Für alte Hasen sicherlich ein wenig amüsant, aber ich fühlte mich nach den ersten Hängen rauf und runter schon wie der Geländefahrer schlechthin und ganz toll. Aber es wurde noch viel spektakulärer, Joachim führte seine Gruppe Fahrschüler einmal um das ganze Gelände. Also keine Strecke, von der man sagen kann, daß sie nun ganz einfach ist, als letzter Wagen von vieren hatte ich natürlich nach kurzer Zeit den Blick auf Joachim verloren und improvisierte munter zwischen kleinen Wasserlöchern mit sich daran anschließenden, quer zur Fahrtrichtung gewunden Hängen. Wieder am Treffpunkt angelangt war ich dann fertig für den Tag (und glücklich) und habe die Trophy dann nur noch zu Fuß begleitet und fotografiert.

Albersdorf 2005

Regen und Schlamm sind die Stichworte, die den meisten Teilnehmern zum Osterstreffen der LG 02 als erstes einfallen werden. 60 Fahrzeuge hatten den Weg nach Alberdorf gefunden.

Der geborene Dithmarscher verbindet mit Albersdorf ein friedliches Örtchen in der Nähe des Nord-Ostsee-Kanals, das zur Naherholung bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen dient. Dass der Grünthalring, eine Moto-Cross Strecke gleich um die Ecke liegt, wissen die wenigsten in diesem leicht verrufenen Landkreis.

Am Karfreitag, dem Hauptanreisetag, zeigte sich zunächst ein sehr freundliches Wetter, einige am Donnerstag angekommene konnten auch von einem herrlichen Abend berichten. Nur leider blieb es nicht dabei, ein zunächst leichter Nieselregen wurde von einem heftigen Platzregen abgelöst, der dann schließlich und beständig in einen sehr nassen Dauerregen überging. Das Gelände in einer ehemaligen Kiesgrube weichte ebenso wie der Lagerplatz so nachhaltig auf, dass sich auch bis zum Montag keine Besserung zeigte.

Die Wagen, die aus dem Gelände kamen, sahen (wie alles andere auch) höchst schlammbespritzt aus.

Karina und ich waren mit „Babe“, einem 109er Truckcab angereist. Babe soll als Ersatz für einen
Santana dienen, der derzeit restauriert wird. Während ich am Freitag so aus der Plane der Ladefläche die unterschiedlichen Regensorten beobachtete, stellte ich mir doch die Frage, ob diese Jahreszeit wirklich die richtige für Baumwollabdeckungen ist. Die Jungs am Feuer mit ihren Standheizungen haben mich nicht verstanden.

Organisiert waren eine Orientierungsfahrt und eine Nachtfahrt. Daneben wurde die Landesgruppenversammlung abgehalten und der erste Grünkohl in diesem Jahr verspeist. Lecker das.

Die Landesgruppenversammlung verlief ruhig und sachlich. Es wurden verschiedene aktuelle Themen, so insbesondere der Standort des regelmäßig stattfindenden Stammtisches besprochen. Angekündigt wurden die weiteren geplanten Aktivitäten der LG, so ein Geländetreffen im Frühsommer und ein Treffen in einem Heuhotel mit Outdoorküche und Technik-Workshop. Dieses Treffen war im letzten Jahr schon sehr gut angekommen.

Das Geländetreffen wird in dem allseits bekannten Sögard stattfinden.

Die Orientierungsfahrt, erstellt von Rolf Ruhnke fand am Sonnabend statt. Kreuz und quer 60 Kilometer weit durch die Kreise Dithmarschen und Steinburg. Begonnen wurde die Fahrt von 19 Fahrzeugen, einige fuhren nicht zu Ende, andere fanden das Ende nicht. Vorgesehen waren vier Prüfungen.

In der ersten Prüfung, direkt in der Kiesgrube war ein Trial zu absolvieren, den Norbert vorbereitet hatte.

Die zweite Station sollte eine Verschränkungsstrecke bieten, welche am Vortag noch mühevoll prepariert worden war. Der bereits erwähnte Regen sorgte leider dafür, dass nicht einmal die Betreuer der Station ihren Standort erreichen konnten. Alternativ wurde ein reizvolles Ratespiel geboten.

Karina und ich betreuten die dritte Station. Hier oblag es dem Fahrer, mit verbunden Augen einen Slalomparcour nach Anweisung des Beifahrers zu absolvieren. Ein höchst interessanter Test für die Rechts-Links-Koordination und die Beziehung zwischen den Beteiligten. Es ergab sich dann auch eine enorme Bandbreite in den Ergebnissen von drei bis neun Minuten. Und wenn es auch niemand gesagt hat, es hat einen Heidenspaß gemacht, wir haben es nämlich heimlich auch ausprobiert.

Auch die vierte Prüfung fand wieder im Gelände statt. Gesteckt wurde diese von Joachim und Carola.

Am Ostersonntag gab es nachmittags die Siegerehrung für die Orientierungsfahrt. Gewinner waren Torsten und Tine. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an die Sponsoren der Preise.

Bei einsetzender Dunkelheit fand schließlich eine Nachtfahrt statt. Teilgenommen haben hier 20 Fahrzeuge, alles verlief angenehm aufregend. Ein harter Kern fand sich weit nach Mitternacht noch zu einem umfänglichen Bratkartoffelessen zusammen.

Während des Treffens konnte zur Freude aller auch im Clubshop eingekauft werden. Die „Souvenirs“ mit dem neuen Logo waren heiß begehrt. Danke Uwe, für deinen Abstecher nach Albersdorf auf dem Weg nach Dänemark!

Eine gelungenes Treffen, das schlicht bei besserem Wetter noch einmal wiederholt werden sollte.

Karenz 2004

Karenz:

(ein Landytreffen
im August 2004)


Funken stieben unter dem Sankey hervor, die Deichsel klopft kleine Löcher in den Asphalt. Sekunden später stoppt ein aufstrebender Alleebaum die freie Fahrt des Anhängers. Auf wundersame Weise hatte sich die Kupplung gelöst, Ergebnis ist ein verzogener Rahmen, eine kaputte Blattfeder und eine abgerissene Stromversorgung.

So etwas, wurde mir erklärt, kann schon mal auf einem Landytreffen passieren. Direkt hinter dem “Unfallfahrzeug” fahrend, denke ich sorgenvoll an den ganzen Hausstand, der auf der Ladefläche hinter uns liegt, schließlich soll der 109er für das Wochenende unser Zuhause sein…


Die Landesgruppen Schleswig Holstein und Mecklenburg Vorpommern hatten für das Wochenende 20. 22.08.2004 zu einem Treffen in das Offroadcamp Karenz geladen.

Ein Großteil der insgesamt 36 Fahrzeuge reiste bereits am Freitag an. Nach der Ankunft kam es zu einer erstaunlichen Mischung aus Grillvorbereitung und Sankeyreparatur. Kurzgefasstes Ergebnis: Alle waren satt und der Anhänger wieder fahrbereit. Aus meiner vom Segeln eher kleinstgruppengeprägten Sichtweise ein erstaunliches Erlebnis, alle machten irgendetwas und waren am Ende auch wirklich zufrieden. Dies äußerte sich letztlich auch in einer längeren und größeren Runde am Lagerfeuer, die nicht wirklich alle am Morgen darauf wach aussehen ließ.

Die LG SH hatte zunächst für den Sonnabend einen Nachttrial geplant, welcher jedoch an behördlichen Auflagen scheiterte. Ersetzt wurde dieser dann durch ein freies Fahren auf dem Gelände des Camps und für zwei Teilnehmer, mich eingeschlossen, eine Geländefahrschule. Alle fühlten sich in dem Gelände wohl, aus laienhafter Sicht schier undurchfahrbare Strecken verzückten auch die alten Hasen. Insbesondere ein sehr lang geratener Landy mit der Aufschrift Borgward ließ es sich in einer Sandkuhle gut gehen.

Ich möchte Jens an dieser Stelle noch einmal herzlich für die Einführung danken. Ohne ihn hätte ich viele Dinge gar nicht sehen können. Gleichzeitig hat mich seine ruhige Art der Erklärung und auch seine Fahrweise fasziniert. Schnell war klar, dass es mir die meiste Gewöhnung abverlangt, von irgendwelchen Sandhaufen, Geröllhügeln oder Festungsmauern herunterzufahren, was Jens dann auch besonders häufig zeigte.. Wo ist das Problem? 2.Gang und los, kann doch nix passieren” Nun ja… We will see.

Ein feuerroter 130er kam mit einigen Blessuren aus dem Gelände zurück. Er war unglücklich gegen einen Betonpfahl gerutscht. Statt aber entsetzt über das beschädigte Türscharnier und die große Beule in dem sonst makellosen Outfit zu sein, zeigte sich eher eine gewisse Befriedigung über eine im Gelände erhaltene Narbe. Da muss ich wirklich noch dazulernen.

Weiteres Highlight des Tages war das freie Fahren in einer Kiesgrube, welche dem Besitzer des Camps geöffnet worden war. Die Suche nach einer Vertretung für die Anmeldung im Camp verlief zunächst eher zäh. Es traf sich aber dann doch um 14.00 h ein Konvoi von gar nicht mehr überschaubarer Länge. Schon die Fahrt zu der Grube an sich war ein Genuss. Die Strecke führte durch winzige abgelegene Waldwege, sie wäre zwar auch für meinen Panda keine Herausforderung gewesen, ließ aber deutlich erkennen, wo Landys eigentlich hingehören. Das Bild war toll, eine ewige Schlange von Fahrzeugen, gelegentlich durch Bäume verdeckt, manchmal das deutliche Tackern der Diesel zu hören.

Die Kiesgrube bot für jeden seine persönlicheHerausforderung.  Der lange”Borgward Landy” musste gleich mit zwei Wagen aus dem Sand geholt werden, ein anderer Enthusiast nahm ein Wasserloch zum Anlass, seinen Motorraum mit den durchdrehenden Vorderrädern einmal mit einer richtigen Sandkruste zu überziehen, ich selbst konnte plötzlich aus meiner Beifahrertür in ein beachtliches Tal blicken, während der Wagen sich statt nach oben eher quer und mit zunehmender Krängung bewegte. Hinter uns soll man gesagt haben, dass das gar nicht gut aussah, also der Weg schräg nach oben, links ein geparkter Wagen und rechts das besagte Tal. Aber Jens hat seinen Kutter da prächtig herausgepult.

Sätze wie “Geht nicht” oder “Lass mich da mal durchfahren” zeigen ja eine ganz besondere Wirkung auf die Clubmitglieder. Zum Höhepunkt entwickelte sich entsprechend ein eher schlicht anmutender Sandhaufen, der sich aber dennoch nicht erfahren ließ. Kurz vor dem Gipfel war der Halt weg. Es ergab sich eine Art Wettbewerb zwischen einem Landy, einem Mereedes und einem Toyota. Dahinstehen soll, welche Marke am Ende oben angekommen ist, auf jeden Fall hat der Fahrer eine sehr lange Landyerfahrung und wurde auch gebührend gefeiert.

Wieder im Camp angekommen konnte ich lernen, dass man auch bei strömendem Regen hervorragend Grillen kann. Hier stieß dann Julia zu uns, die sich nach Teilnahme an mehreren Treffen und damit verbundenen Erkältungen nun doch zu einer Mitgliedschaft entschied. Kurios an der Berechnung ihrer Standgebühr für eine Übernachtung war der Ansatz für die Geländenutzung durch ihren Opel Corsa. Die herrschende Meinung war, dass dieser für das Gelände nicht geeignet war und sie dringend von einer Nutzung absehen sollte.

Die Runde am Lagerfeuer gestaltete sich, niemand wollte es auf die vorherige Nacht schieben, etwas
kürzer.

Am Sonntag ging es noch einmal in das Gelände des Camps. Neben den klassischen Attraktionen ist besonders eine Waldstrecke zu empfehlen. Nach einer fiesen Verschränkungsstrecke geht es auf idyllischen (und für einen 109er viel zu engen) Wegen durch einen kleinen Wald. Die Wahl besteht zwischen recht gut befahrbaren Wegen und auch den   O-Ton Jens: “kleineren Wegen”, die einen ganz erheblichen Manövriereinsatz erfordern. Auch in diesem Wald konnte ich abermals Neues lernen. Was gemeinhin als Ast bzw. Baum durchgeht, ist für einen Landyfahrer lediglich ein Zweig, der keine weitere Beachtung erfordert. Vom Fahrrad aus hätte mich das Teil ohne Weiteres geköpft, denke ich.

Hatte ich schon erwähnt, dass viel gegrillt wurde? Mittags mussten auf jeden Fall die Reste weg, und dabei wollte ich doch gerade etwas gesünder leben…

Eine tolle Erfahrung war dieses Wochenende. Abgesehen von der kleinen Beule durch den Baum, der in den Weg gesprungen war, hatte unser Zuhause doch keinen Schaden genommen, alle waren zufrieden, ich habe viel gelernt und gesehen und bin neugierig auf weitere Erfahrungen.

Billing und die gelben Engel (Karina)


Alle Fotos gibt es unter: http://picasaweb.google.com/frankarfoto/England2004?feat=directlink

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…. Dies sollte sich für Achim und meine Urlaubsplanung mal wieder Bewahrheiten.
Angedacht war die Teilnahme an der Schweden-Offroad. Gelandet sind wir dann letztlich in Billing auf der Landrover-Enthusiast-Show.

Bis dahin nichts besonderes, würde ich mal behaupten.

Zu Billing ist für diejenigen, die es nicht kennen, Folgendes zu sagen: Man nehme das Gelände in Karenz (Gelände inkl. Camp-Site) und bestücke jeden Meter mit Ersatzeile- (neu und alt), Neuwagen-, Outdoorequipmenthändlern. Ich zähle mich ja nun noch zu den Newcomern unter den Landybesitzern und hätte im Leben nicht gedacht, dass ich jemals Spaß daran haben könnte, drei Tage über diesen (für mich bis jetzt) einmaligen “Flohmarkt“ zu laufen. Jedes Mal gab es wieder neue Teile zu entdecken und Achim, der Arme musste immer wieder meine (bestimmt manchmal etwas dummen) Fragen beantworten, um welches Teil es sich nun handelt, wo es eingebaut wird und welchen Sinn es überhaupt hat…

Grundsätzlich könnte man ja behaupten, dass ein Zelturlaub günstig ist…. wenn er nicht gerade in England stattfindet und man solch eine Auswahl an tollen Dingen vorgesetzt bekommt.

Wohlweißlich, dass wir das eine oder andere Ersatzteil unserer Begierde finden werden (ich war letztlich nur auf der Suche nach einer brauchbaren Spritzwand), haben wir uns den Sankey von Jens ausgeborgt. Wie heißt es so schön?: „Aus Fehlern lernt man“? … Wir haben gelernt. Beim nächsten Besuch werden wir nicht soviel „Überflüssiges“ mit nach England schleppen, sondern den Anhänger komplett leer lassen, damit alles reinpasst, was man so auf seinen Spaziergängen zufällig findet.

Noch eines zu Billing. Wer glaubt, bei einer Veranstaltung diesen Ausmaßes („gefühlte“ 1.000 Fahrzeuge, die genaue Anzahl ist nicht bekannt) gibt es sicherlich auch Gelände-technisch viel zu sehen, wird enttäuscht sein. Es gibt diverse kleinere Wasserlöcher, die jedoch nicht wirklich Spektakuläres hergeben, je nach Fahrstil versteht sich. Dafür ist das ganze aber ziemlich professionell aufgezogen. Es gibt einen engagierten Fotografen, der Fotos schießt, die man sich später ausdrucken oder sogar als Fotoserie auf CD brennen lassen kann (eigentlich vom Prinzip ähnlich, wie in den Freizeitparks). Zudem steht am Ausgang des Geländes ein Hochdruckreiniger, bei dem man sich (gegen Entgelt natürlich) und/oder sein Fahrzeug einer gründlichen Reinigung unterziehen kann, inkl. Motorwäsche. Hierbei wird die Gesetzgebung in Deutschland und England in Sachen Umwelt deutlich. Das Waschwasser versank nämlich im Boden oder lief in den anliegenden kleinen Bach….

Soweit, so gut. Ich würde mal sagen, ein für einen Landy-Fan durchaus „normaler“ Urlaub. Nichts wirklich Sensationelles ist passiert.

Es ist Montag, die Fähre von Dover nach Dünkirchen (guter Tipp! Ist wohl mit die günstigste Verbindung mit Norfolkline!) geht erst am Freitag. Zeit genug also, von England ein wenig mehr kennen zu lernen. Warum nicht also von Billing/Northampton einen kleinen Abstecher in den Norden von Birmingham. Die „perfekte“ Spritzwand war schließlich noch nicht gefunden. Ein Besuch im Laden von John Craddock kann daher ja nicht schaden… In Billing machte Craddock einen recht „großen“ Eindruck, der Laden vor Ort war jedoch sehr übersichtlich. Das meiste wird anscheinend übers Internet verkauft. Dann wurden wir in die Werkstatt geführt und von hier aus auf einen kleinen Dachboden gelotst…. Ich sage nur: Das waren Heilige Hallen für jeden Serie-Fahrer! Ausgebaute Ersatzteile aller Art und jeden Zustandes. Sich alles ansehen, hätte eine Übernachtung mit sich gebracht. So gingen wir unsere kleine „Einkaufsliste“ durch, die mit Hilfe unserer Landy-Freunde eine doch beachtliche Größe angenommen hatte. Weiter ging es zu einer Sammlung von Spritzwänden. Insgesamt standen dort sicherlich um die 20 Spritzwände, ausgebaut aus Fahrzeugen der Serie II bis Defender. Das Objekt meiner Begierde war nach nicht allzu langem Suchen gefunden. Der Zustand war absolut akzeptabel. Ach ja, dann war da ja noch die Ersatzreifenbefestigung für Michaels Motorhaube. Da der Preis für den ganzen Kleinkram vom Dachboden schon feststand, durften wir uns noch zusätzlich die Befestigungen inkl. Seil von einer „da so rum stehenden“ Motorhaube abbauen, ohne Aufpreis versteht sich. Dann noch die Neuteile für Jens, ein paar Füße für meine Spritzwand und die Rechnung von 330 ₤ lag vor mir. Schluck! Nun ja, alles hat seinen Preis…

So, nun aber. Dienstag, weiter geht es. Geplant war die Weiterreise über Bristol nach Ceddar und über Stonehenge dann zurück nach Dover zur Fähre. Die Entfernung Birmingham – Bristol beträgt ca. 88 Meilen, geschafft haben wir glatte 40. Dann sagte das Getriebe beim Runterschalten an einer doch nicht ganz so üblen Steigung (Kasseler Berge sind da gar lächerlich) gar nichts mehr. Soll heißen, bis auf den ersten Gang ging nichts mehr, nada, nothing.

Wozu ist man also ADAC Mitglied. Ein netter junger Mann (ohne Ahnung, wie sich später herausstellte) fragte sachlich und sehr freundlich alle Details ab und stellte ein Abschleppfahrzeug in den nächsten 60-90 Minuten in Aussicht. Freilich gaben wir ihm durch, dass wir einen Anhänger mit Natokupplung ziehen und beschrieben ihm auch ziemlich genau, an welcher Stelle wir uns befinden. Nach drei Stunden war noch nichts zu sehen. Also der erneute Anruf. Dummerweise gab es ein kleines Problem bei der Übermittlung der Handy-Nummer, unter der ich erreichbar war, somit konnte kein Anruf durch das Abschleppunternehmen erfolgen. Da das aber ja nun geklärt werde konnte, sollte einem Abschleppen nichts mehr im Wege stehen (Warum man 2 Stunden versucht hatte, mich zu erreichen, ist mir bis heute schleierhaft). Endlich kam dann der Abschleppwagen, der Fahrer guckte nicht schlecht als er statt eines Discos einen wuchtigen 109er zu Gesicht bekam, der auch noch einen Anhänger zog, dessen Anhängerkupplung lt. seiner Auskunft wohl ziemlich jedem Abschleppunternehmen in England Probleme bereiten würde. Also, Fazit, es muss ein zweiter Abschleppwagen her. Keine 30 Minuten später hatten wir zwei nette Engländer bei uns, die uns zu ihrer Werkstatt brachten.

Wir überlegten uns, in einem good english bed and breakfast unterzukommen, bis man uns den stolzen Preis von 30 ₤ p. P. nannte. Also doch lieber die Jugendherberge, die mit 11,50 ₤ p. P. ein nicht ganz so großes Loch im Portemonnaie hinterließ (gewohnt waren wir bisher Preise von 10-12,50 ₤ pro Übernachtung auf einem Campingplatz). Also wurden wir in das ca. 10 Meilen von der Werkstatt entfernte jouthhostel gebracht. Ein Glücksfall, wie sich herausstellte. Mitten im Nirgendwo stand eine kleine Burg/ein kleines Schloss, welche/s wohl eines der schönsten Jugendherbergen Englands sein muss. Dass wir die einzigen Gäste für diese Nacht waren, gab dem ganzen noch einen kleine gespenstischen Touch. Um uns herum waren Weiden, auf denen die Schafe grasten und uns in den Schlaf b
lökten.

Am nächsten Morgen nach einem ziemlich englischen Frühstück holte uns jemand von der Werkstatt ab und brachte uns zu unserem Auto in ein nettes Nest namens Church Stretton. Die Suche nach einem Ersatzgetriebe lief auf vollen Touren und war letztlich erfolgreich. Die Lieferung sollte allerdings noch bis Abends dauern. Was tun, sprach Zeus….. Ganz einfach. Achim und ich fingen an, das kaputte Getriebe auf dem Werkstatt-Gelände auszubauen. Werkzeug hat der erfahrene Landy-Fahrer ja immer dabei. Unsere Blaumänner hatten wir (wohl aus innerer Eingebung heraus) auch mit dabei. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass man uns von Seiten der Angestellten ein wenig belächelte. Trotzdem, es waren alle suuuper freundlich und zuvorkommend. Es wurde uns Tee und Kaffe angeboten und das eine oder andere Mal fand sich ein Mechaniker bei uns ein und fragte nach, wie wir vorankommen. Nach ca. 4,5 Stunden war das Getriebe raus. Geholfen dabei hat uns ein kleiner Motorheber. Das Ersatzgetriebe war dann gegen 18.30 Uhr auch da, welches noch am gleichen Abend eingebaut wurde, das „drum herum“ ließen wir uns allerdings für den nächsten Tag.

Nun kommt etwas, was ich mir in Deutschland nur schwer vorstellen kann…. Der Abend und somit der Feierabend für die Angestellten nahte. Da kam John (der Boss, einer von ungefähr 10 Johns dort auf dem Hof, ist in GB wohl ein Sammelbegriff) auf uns zu und fragte uns, ob wir über Nacht auf dem Hof verbleiben möchten. Wir könnten im Büro schlafen und hätten Zugang zur Toilette, Kaffeemaschine, Wasserkocher und Tee. Die Tore würden sie wie gewohnt abschließen, so dass keiner auf den Hof kann, wir allerdings auch nicht runter. Das Angebot nahmen wir dankend an, nur dass wir uns entschieden, im Landy zu schlafen, wie schon in den Nächten zuvor. Also bekamen wir einen Schlüssel fürs Büro und das Tor in der Auffahrt wurde abgeschlossen. Wir hatten Zugang zur Werkstatt, zum Ersatzteillager, zum Büro, und natürlich zur Toilette und Küche. Ehrlich gesagt, über ein solches Vertrauen haben wir uns riesig gefreut. Als wäre es selbstverständlich, zwei Gestrandeten auf diese Weise zu helfen. Also nisteten Achim und ich uns im Auto ein und schliefen bis ca. 6.30 Uhr. In der Küche wurde kurz Tee gekocht, unser letztes Brot vertilgt und dann waren wir auch schon wieder dabei, alles Ausgebaute wieder an Ort und Stelle zu bringen. Gegen 7.30 Uhr kam auch der erste Mechaniker auf den Hof, erkundigte sich kurz nach dem Fortschritt unserer „kleinen“ Austauschaktion und ging seiner täglichen Arbeit nach. Wir mussten an diesem Mittwoch „nur noch“ das PTO, die Sitzbank, den Getriebetunnel, die Bodenbleche etc. einbauen und waren gegen Mittag mit allem durch. Ganz ehrlich und so unter uns Pastorentöchtern: Ich war stolz wie Oskar! Achim meinte, auf einer Skala von 1 bis 10 ist so ein Austausch des Getriebes (den Zeitdruck aufgrund des Fährtickets berücksichtigt) eine glatte 20! Zugegeben, er hatte allerdings auch die meiste Arbeit. Dennoch, auch von den Werkstattangestellten haben wir Anerkennung geerntet. Die müssen die deutschen Landy-Fahrer nun für ein wenig sonderbar halten.

Nach dem Aufräumen des Werkzeuges und Einpacken des kaputten Getriebes kam die Abrechnung. Eine böse Überraschung? Nein, überhaupt nicht. Selbst hier hat man sich großartig verhalten. Wir zahlten lediglich das Getriebe, auf das wir noch 31 Tage Garantie bekamen. Das zur Verfügung gestellte Öl, die Getriebereinigung mit dem Hochdruckreiniger etc… darüber wurde kein Wort verloren und als Dienst am Kunden gesehen.

Nun könnte man also behaupten, der Urlaub war viel zu teuer, das Wetter war bescheiden (es regnete hin und wieder an 8 von 10 Tagen) und das kaputte Getriebe hat dem Ganzen den Rest gegeben. Irrglaube! Ich behaupte trotz aller Widrigkeiten, dass ich diesen Urlaub für durchaus gelungen halte. Die Getriebetauschaktion ist für mich eine wirklich positive Erfahrung gewesen, menschlich gesehen und vom Lernfaktor her. Das Wetter war nicht wirklich schlecht. So schnell wie der Regen in England kommt, geht er auch wieder und letztlich wurde man nie wirklich nass. Die ganzen gekauften Ersatzteile, insbesondere die Spritzwand sind ihr Geld wert, ich bin zudem davon überzeugt, dass wir bei uns mehr dafür bezahlt hätten.

Ein weiterer Urlaub in Englang ist geplant, beim nächsten Mal sind wir allerdings besser vorbereitet…

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